Und wer ist dieser "Cedric" nun überhaupt?

Commission von @hanayakani
Commission von @hanayakani

Rollenspiele

Wer an schmutzige Sachen denkt - pfui, weg! RPGs (englische Abkürzung für Role-Play-Game, zu deutsch: Rollenspiel) gibt es in allerlei Variationen, als online Game, als LARP oder auch - wie ich - als Schreiben in kurzen Posts.

 

Okay, weiter?

Ich poste in RPGs seitdem ich das Internet für mich entdeckt habe. Da ist auch abseits von den Rollenspielplattformen ein bisschen was in meiner Jugendzeit entstanden - und noch viel mehr liegt irgendwo angefangen auf meiner Festplatte!

 

 


Der Unterschied

 

liegt vor allen Dingen darin, dass man üblicherweise beim Schreiben jeden Leser erreichen möchte - ohne Vorkenntnisse. 

"Cedric" hingegen ist ein Charakter aus dem Rollenspiel - mein ältester, noch aktiver Charakter und der, über den und mit dem ich am allerliebsten schreibe. Aus dem RPG heraus gibt es jedoch so viele Konstellationen, Beziehungen und Zusammenhänge, die für einen Außenstehenden (und selbst für die Beteiligten *lach*) nicht ganz so einfach zu verstehen sind.

 

Was bedeutet das nun?

Kurzgesagt: Kann sein, dass die Kurzgeschichten für euch nicht ganz so viel Sinn ergeben! Kann aber auch sein, dass ihr dennoch (oder genau deshalb?) trotzdem eure Freude daran habt. Findet es gerne heraus - das nur zur Erklärung, warum diese Art von kleinen Schreibereien nicht ganz so zu den anderen passen wollen!

 

Warum postest du sie dann überhaupt hier?

Ganz einfach - weil ich das möchte. Mir liegt viel daran und ich habe, abgesehen von dem RPG-Forum, keine Plattform. Auch schade, oder? Daher habe ich beschlossen, die hier einfach mal mitaufzunehmen - jedoch unter einer eigenen Kategorie :-)


Die Sammlung der Träume

Schach Matt!

Ein grässliches Geräusch weckte ihn. Es klang, als würde etwas Schweres am Boden entlangschleifen. Schon hörte er eine bekannte Stimme von oben herab zugebrüllt. Verwirrt öffnete der Junge die Augen – und fand sich mitten in einem Schlachtfeld wieder.


Genderbend

Cedric wachte auf, hielt die Augen jedoch weiterhin fest geschlossen.

Es war zu früh um aufzustehen, murrte seine innere Stimme, aber das war es ja immer. Dabei gehörte der Junge eigentlich nicht zu den Langschläfern und Morgenmuffeln der Familie. Etwas irritierte ihn.

Es kennt sicherlich jeder das Gefühl, etwas am Tag stimmt nicht, bevor man sich überhaupt aufgesetzt hatte. Genausi erging es Cedric gerade im Moment, weswegen er die Augen schließlich aufschlug, in er vagen Hoffnung allein dies würde ausreichen um dieses lästige Gefühl zu verscheuchen. Tat es leider nicht.

Vorsichtig löste er sich von Ran, die neben ihm noch leise vor sich hinschlummerte, dicht in ihre Decke eingehüllt und stand auf. Ein Blick in den Spiegel erklärte all seine angenommenen Unanehmlichkeiten.

Ein entsetztes Gesicht sah ihn an.

Das entsetzte Gesicht einer Frau.

Eiswind 5/8

Leise fiel die Tür der UnzumutBar hinter ihm zu.

Endlich.

Stille.

Cedric zog den Schal enger um sich, sein Atem hing klirrend in der kalten Luft. Es war tiefster Winter in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, in dem sich die meisten Menschen ein wenig Ruhe gönnten. Oder eben wie sonst Feiern gingen, die Bar schien einen neuen Besucherrekord anzustreben. Lärm, Enge und Alkoholgeruch – kein Wunder das er es nicht lange dort ausgehalten hatte. Was hatte ihn nochmal dazu bewegt hierherzukommen? Achja stimmt, soziale Kontakte. Aber diese schienen nur halb so bedeutungsvoll zu sein, wenn die wichtigste Person im Kreis fehlte: seine Freundin, Ran, die nicht mit nach Riverport gezogen war. Der Gedanke daran ließ sein Herz schwer werden. Der Junge überlegte kurz, welche Richtung er einschlagen sollte, setzte sich dann in Bewegung. Das Ziel war unwichtig.

Still Alive

Der Klang verschiedener Stimmen war vernehmbar, schaffte es jedoch nicht sich in Form von Worten oder Lauten zu manifestieren. Nichtmal erkennen konnte Ced diese, zumindest eine bekannte, vertraute Stimme, die um ihn weinte ohne das er auch nur das Geringste davon ahnte. Doch eine Ahnung hatte er, irgendwie, auf eine skurrile Art und Weise, während er im Regen, im Dreck, im Blute lag, ohne den Grund zu kennen. Konnten die Stimmen nicht etwas fröhlicher klingen? Der traurige Ton verbitterte sein Herz und er wünschte sich, handeln, dagegen handeln zu können oder zumindest den Inhalt ihrer Worte zu Verstehen, um nachempfinden zu können, was in den Personen vorging, warum sie so fühlten. Warum nur war es so kompliziert?

Geteiltes Leid war halbes Leid – 


Cedric in Wonderland

 

Alice! Wo bist du nur… Alice?

Cedric blinzelte.

Es wurde langsam Sommer. Heute war der erste heiße Tag des Jahres und Cedric Evans hatte sich mit seinem Geschichtsbuch unter einen Lindenbaum gesetzt um zu lernen. Ganz offensichtlich war er dabei eingeschlafen, denn die Sonne stand mittlerweile tief im Zenit und auch die Temperatur war merklich gesunken. Als er aufwachte, blickte er in ein Gesicht, gleich dem seinen: Simon hatte sich grinsend über ihn gebeugt. »Morgen Siebenschläfer!« Cedric sah ihn verwundert an. »Hast du Alice gesehen?« Alice? Welche Alice? »Meine Freundin natürlich, welche Alice denn sonst? So viele Alice wird es in Destiny Valley ja wohl kaum geben, oder?« Natürlich, Katja’s Tochter. Im selben Jahrgang wie Alessa, ihrer kleinen Schwester. Die so klein nicht mehr war. Cedric fuhr sich durch die blonden Haare. Wie konnte man bei all diesen kuriosen Beziehungsrelationen in diesem Kaff denn den Überblick wahren? Er konnte es nicht und wollte es auch nicht. »Noch nicht ganz wach, hm?« Simon schielte auf sein Geschichtsbuch. »Und den ersten heißen Tag des Jahres verbringst du mit Büffeln? Oller Streber!« Sein Bruder grinste ihn wieder an. Weshalb sah er sich selbst nie so grinsen? »Naja, ich geh weiter Alice suchen. Schlaf nicht wieder ein!« Okay. Versprochen. »Sonst endest du so wie Onkel Gray.« Eine Warnung? »Allerdings hoffe ich dann, dass es bei dir der Siebenschläfer bleibt.« Red keinen Unsinn. Simon. Woher nimmst du nur diese Unbeschwertheit? »Ich kann es mir halt leisten!« Ein weiteres Grinsen. »Okay Ced, mach’s gut, wir sehen uns später.« Simon lief davon, winkte ihm hinterher. Cedric sah seinem Zwilling nach, auch als er schon längst verschwunden war. Solange, bis etwas anderes seine Aufmerksamkeit erregte.

Es war ein schwarzer Hase.

Strayed

Kälte. Stille. Der frühe Abend verspricht eine helle Vollmondnacht, sofern die Wolken des Vortages sich nicht vor die leuchtende Scheibe schieben. Der Mann im Mond, eine fabelhafte Erzählung, mysteriöse Wesen – nicht in dieser Welt. Realität, so nennt man sie, wobei das was vor mir lag alles andere als real wirkt. Die Gassen sind klein und beengt, liegen in dunklen Schatten, da die Straßenlaternen nur noch flackernde Lichter in die entfernten Nischen werfen. Ein schauriges Bild. Schön? Halt, nein, nicht im Geringsten. Was tue ich hier? Habe ich es wirklich vergessen? Ist das… „Riverport?“ 

Feast of Friends

Als Cedric die Augen öffnete, blickte er auf einen Teller. Das Gericht auf dem Teller war wunderbar angerichtet. Eine Foie Gras au Torchon an Weinsauce mit getrockneten und frischen Feigen. Ihm drehte sich der Magen um. Essen würde er sicher nichts.

Unappetitliche Gedanken?, schoss ihm die Frage durch den Kopf. Da ertönte eine Stimme.

Du meidest Augenkontakt?“

Cedric sah von seinem Teller auf – und erstarrte. Er saß an einem langem Esstisch – ein Ausmaß, wie ihn nur eine Villa beherbergen konnte – und an der Spitze ihm gegenüber saß: er selbst. 

 

 


Schneefall

Das Erste, das Cedric bemerkte war, dass es kalt war.

Das Zweite, dass dies nicht möglich sein konnte.

Cedric öffnete die Augen. 

Mit seinen Armen umklammerte er seinen Körper. Bei der Bewegung fiel ein wenig Schnee von seinem Haupt gen Boden. Sein Hemd war kurzärmlig. Kein Wunder war ihm kalt.

 

Wie kam es also, dass er das nicht glauben konnte? Er schob den Gedanken beiseite. Wichtig war es erst einmal hier herauszukommen. Wo auch immer »hier« genau sein mochte. Cedric setzte einen Fuß vor den anderen. Es gab keinen Weg, keine Richtung, kein Ziel. Nur diese bittere Kälte, die ihn langsam lähmte. Und ein Samen der Furcht, der verlauten ließ, dass er hier erfrieren würde, wenn er scheiterte.



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