Kurzgeschichten


Dream 9: In der Turmgalerie

the tower of memories

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Friedhofsgeflüster

Das alte Eisengitter quietschte, als mein Papa es öffnete. Ich stand ruhig neben ihm, ehe er mir bedeutete, hindurch zu gehen, damit er das Tor wieder verschließen konnte.

„Wo sind wir, Papa?“, fragte ich, bekam jedoch keine Antwort.

Er ging an mir vorbei und ich folgte ihm, sah vor mir seinen Rücken, nicht aber sein Gesicht. Später sollte es mir schwer fallen, mich noch an sein Gesicht zu erinnern. Damals jedoch zögerte ich nur kurz, bevor ich nach seiner Hand griff. Er schüttelte mich nicht ab, sondern drückte die meine kurz. Ein Zeichen, dass alles gut war.

Also folgte ich ihm stumm. Ich mochte diesen Ort nicht. Es war ruhig. Zu ruhig. Eine solche Stille kannte ich nicht. Niemand war hier. Nicht einmal die Sonne drang bis hierher durch, dabei brannte sie doch sonst so unermüdlich.

 

„Papa, was machen wir hier?“, fragte ich erneut, doch wieder begegnete mir nur ein Schweigen. Dann blieb Papa jedoch stehen und blickte auf einen großen Stein am Wegesrand.

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Writober #3: Bait

Ich spürte es und wollte es doch nicht wahrhaben. Wie eine Maus, die dem Käse in der Falle nachsetzt und ein Fisch den Wurm am Haken nicht widerstehen kann, wollte ich diesem Gefühl nachgehen. Ich konnte die Richtung genau ausmachen, roch es förmlich, das da etwas war, etwas, das ich haben musste, etwas, das mir fehlte. Doch ich wusste auch, das ich dem nicht nachgeben durfte. So viel meiner Selbst war mir noch geblieben.

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Dream 8: Schneefall

Das Erste, das Cedric bemerkte war, dass es kalt war.

Das Zweite, dass dies nicht möglich sein konnte.

Cedric öffnete die Augen. 

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Dream Seven - Feast of Friends

Als Cedric die Augen öffnete, blickte er auf einen Teller. Das Gericht auf dem Teller war wunderbar angerichtet. Eine Foie Gras au Torchon an Weinsauce mit getrockneten und frischen Feigen. Ihm drehte sich der Magen um. Essen würde er sicher nichts.

Unappetitliche Gedanken?, schoss ihm die Frage durch den Kopf. Da ertönte eine Stimme.

Du meidest Augenkontakt?“

Cedric sah von seinem Teller auf – und erstarrte. Er saß an einem langem Esstisch – ein Ausmaß, wie ihn nur eine Villa beherbergen konnte – und an der Spitze ihm gegenüber saß: er selbst. Nein. Es war sicher nicht Simon, das erkannte er an der Haltung und an dem Blick des anderen Gastes, doch auch wenn das Äußere betrügerisch gleich war, erkannte er nicht sich selbst darin.

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