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Die Präinkakultur bei Trujillo

Teil 1 [2]

Tags zuvor hatte ich mich noch für die Tour ab Huanchaco eingeschrieben. Klar, man konnte sich auch selbst auf Tempelsuche begeben – ein Aushang mit Beschreibung hing auch im Hostel aus – der Vorteil mit Tour war einfach ein Guide und das man sich nicht um die Mobilität sorgen musste. Der Nachteil jedoch, das man auch an die Tour gebunden war.

Ich war – wie immer – bereits spät dran, schlang mein Frühstück in Windeseile herunter und sprintete dann zum Tourpunkt, wo das Taxi mit zwei weiteren Insassen schon wartete. Erst dachte ich mir cool, Tour nur zu dritt voll entspannt, das sollte sich jedoch als Irrturm herausstellen. Wir wurden schlussendlich in der Nähe des Plaza de Arma in Trujillo rausgeworfen und dort einer größer organisierten Tour überlassen. Jetzt hieß es erstmal warten bis es losging! Gewartet haben wir übrigens in einem Gebäude aus der Kolonialzeit – sehr stilvoll!

Nachdem der Van voll war, ging es schließlich los. Wir passierten auch den berühmten Hauptplatz und siehe da: die Tore der Häuser, die tags zuvor noch verschlossen gewesen waren, schienen nun offen! Ob sich da vielleicht doch noch etwas ergeben würde...? Zuerst jedoch fuhren wir Richtung Südosten zu den Doppeltempeln Huaca del sol y de la luna. Während Ersterer für das politische Geschehen der Moche-Kultur verantwortlich war, konzentrierte sich Zweiterer um die religiösen Sitten. Bevor wir uns jedoch die Tempel genauer ansahen, ging es in ein anliegendes Museum.

Leider hatten wir in dem Museum gerade mal eine halbe Stunde Zeit. Ich hätte gern das Doppelte gehabt, denn es gab zahlreiche Informationen zur Moche-Zeit und den Ausgrabungen, samt Bildern dazu und zahlreicher Werke – überwiegend Töpfereien, die reichlich verziert und gut erhalten waren. Ich fand das wirklich total spannend! Wer sich 'nur' alles ansehen wollte, dafür reichte die halbe Stunde durchaus, nur wer dazu auch die Texte lesen wollte (und ausnahmsweise wollte ich das auch), dafür hat es dann nicht mehr gereicht. Schade, aber das ließ sich nunmal nicht ändern!

Direkt danach machten wir uns auf zum Huaca de la luna – dem Mondtempel. Der Komplex besteht aus fünf Schichten, da mit der Zeit immer weitere dazu gebaut und der Tempel so erweitert wurde. (Zeit: 100 – 800 AD). Wände und Dächer sollten die antike Stätte vor Wind und Wetter schützen. Tatsächlich ist überraschend, wie gut die Bilder im Tempel noch erhalten sind – angeblich original. Der Huaca del sol lässt sich leider nur aus der Ferne betrachten.

Danach gab es erstmal Mittagessen. Nachdem ich mir allerdings direkt zuvor noch ein Stück Kuchen gegönnt habe, hatte ich so überhaupt keinen Hunger. Das gewählte Restaurant gehörte allem Anschein nach auch zur Nobelklasse und ich fühlte mich nicht wohl dabei nun auf Zwang etwas zu bestellen – Nein danke! Also verließ ich das Restaurant wieder und lief direkt zurück zum Plaza de Armas. Vielleicht konnte ich diesmal einen Blick in die Kolonialhäuser erhaschen? Aber erneut Pech! Die Tore hatten sich bereits wieder verschlossen. Ich schaffte es nur noch kurz in die Kathedrale hinein – das hätte ich wohl besser nicht sollen, denn ich bin versehentlich in eine Hochzeitsgesellschaft geplatzt. Hups.

 

 

Um 3 Uhr Nachmittags ging es schließlich weiter mit unserer Tempelfahrt. Zunächst ging es zur Arcis Sol – auch Huaca del Dragon genannt – der zur Chan Chan Epoche gehört. Die Eintrittskarte (10 Soles) galt für alle Bereiche der Chan Chan, die sich um Trujillo herum befanden – es umfasst 4 Stück, wobei wir nur zwei besichtigten. Die kleine Schwester der Arcis Sol – La Esmeralda – stand dabei nicht auf dem Tourplan und das Museum fiel offenbar aus Zeitgründen hinten ab. Den Huaca del Dragon haben wir dabei in einer Viertelstunde abgefrühstückt – ich kam den Erklärungen des Guides mittlerweile nicht mehr ganz hinterher. Am Vormittag hat es trotz Spanisch noch ganz gut funktioniert, aber langsam wurde ich den Erklärungen wohl müde – und er sprach auch schneller, aber das mochte ich mir vielleicht einbilden. Generell kam der Guide gut an – den Reaktionen der anderen Teilnehmer zu beurteilen, machte er wohl einige unterhaltsame Erklärungen, deren Witz sprachbedingt an mir vorbeiging.

Das Herzstück – der Tempel der Chan Chan – bildete dann die Krönung der Tour und ist auch das Bekannteste von Allen. Er liegt zwischen Trujillo und Huanchaco und lässt sich auch leicht zu Fuß erreichen – ca. 500 m von der Straße, wenn man den Busfahrer bittet einen rauszulassen. Es handelt sich hierbei um die Hauptstadt der Chimú Zivilisation (ca. 850 v Chr. - 1470). Der Komplex ist wahrlich riesig! Die Lehmstadt erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 28 km² und die Wände waren einst wohl an die 10 m hoch. Einige Bereiche waren für die damalige Öffentlichkeit zugänglich, andere nur für die Elite der Gesellschaft und auch heute sieht man noch Überreste von Lagerräumen und zahlreichen Bildern, die in den Lehm eingelassen wurden.

 

Genaueres zur Geschichte lässt sich übrigens gut hier nachlesen.

Als letzten Stopp der Tour ging es dann nach Huanchaco – und ich blieb entsprechend gleich dort. Perfekt in der Zeit um noch an einer Yogastunde teilzunehmen :-)

 

 

Der Tag war gespickt mit zahlreichen Informationen. Wer mehr Zeit hat, dem würde ich jedoch empfehlen nicht alles in einen Tag zu packen – es ist wirklich viel zu sehen und zu hören. Aber ein Guide empfiehlt sich durchaus, um mehr über die Geschichte und die Kultur zu erfahren. Generell ist die Kultur wahnsinnig interessant und die Tempel überraschend gut erhalten – für Kulturinteressierte auf jeden Fall sehenswert!


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