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Parón

Teil 1 [2] 3 4

Start: 08 Uhr am Tourplatz.

 

Ruth, Chipi und ich saßen an diesem Samstagmorgen kurz nach halb8 noch beim Frühstück und schrieben dem Guide, wir seien auf dem Weg, während wir tatsächlich noch Brötchen mit Marmelade, Avocado, Sultido und Tee verspeisten. Nachdem ich an diesem Wochenende jedoch mit zwei Peruanern unterwegs war, verließ ich mich auf ihr Zeitgefühl und stresste mich nicht damit, pünktlich sein zu müssen.

Wir waren dann eine Viertelstunde später am Treffpunkt und durften dennoch noch auf den Van warten ;-) Ein großer Reisebus war untauglich für die Strecke, die wir vor uns hatten und so organisierte Perutours drei Vans in denen jeweils 15 Leute Platz hatten. Aber wo sollte es überhaupt hingehen? Zur Berglagune Parón natürlich!

 

Also verließen wir Huaraz in nördlicher Richtung, passierten Yungay und machten einen Zwischenhalt in dem kleinen Bergdorf Carhuaz. Aus den zwanzig Minuten Pause wurden schnell dreißig, in denen wir uns eine Portion Eis gönnten (schonmal Sorten wie Lucuma, Begonia und Tuna probiert?) und damit über den schönen Platz schlenderten. 

Angekommen in Caraz ging es dann weiter Richtung Osten. Der Van kletterte weiter die Anden über eine unbefestigte Straße hinauf. Und was soll ich sagen? Die Aussicht war wieder einmal unglaublich.

 

Häuser, Felder, Menschen – und das soweit abseits von der nächsten Ortschaft! Der Anblick der Leute, die sich dort ihr Leben so aufgebaut hatten, war faszinierend. Ein ums andere Mal wurde unser Fahrzeug auch von Hunden verfolgt und ich hatte stets Angst, das Tier könnte unter die Räder geraten – glücklicherweise ist nichts dergleichen passiert!

 

Eine einfache Schranke, die noch per Hand bedient wird, kennzeichnet den Eintritt zum Nationalpark [Foto aus dem Bus]
Eine einfache Schranke, die noch per Hand bedient wird, kennzeichnet den Eintritt zum Nationalpark [Foto aus dem Bus]

Aufgehalten wurden wir nur einmal: Eine Schranke markierte den Zugang zum Nationalpark und jede Person musste 5 Soles Eintrittsgeld bezahlen. Danach wurde es umso abenteuerlicher: Ein Fahrzeug kam uns entgegen und die Straße am Berghang war so schmal, dass es einiges an Manövrierfähigkeit abverlangt hat, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen konnten. Nicht umsonst sind einige erstmal ausgestiegen und haben Abstand davon genommen! Es war nicht das letzte Fahrzeug, das uns entgegenkam, jedoch die verzwickteste Stelle – und wir führten ungefähr eine Reihe von zehn Vans an. Außerdem: Von da an wurde die Fahrt noch holpriger und wir wurden ganz schön durchgeschüttelt!

Ankunft am Bergsee

Gegen 1 Uhr am Nachmittag sind wir schließlich an der Lagune angekommen. Dort machten wir uns erstmal auf dem Weg zu den Toiletten – eine gute Entscheidung, denn in Sekundenschnelle bildete sich eine äußerst lange Schlange! Was ebenso erstaunlich war: Dort kochten Leute im Freien. Diesmal war es also eher der Rauch des Feuers, statt der dünnen Luft der Höhe, die uns das Atmen erschwerte.

 

Wir verweilten auch gar nicht lange dort, sondern machten uns direkt auf den Aufstieg zum Mirador – einem vielversprechendem Aussichtspunkt. Kaum begannen wir mit dem Aufstieg, fing ich zu Schwitzen an und mir nichts dir nichts brauchte ich auch schon eine Verschnaufpause. Dort entledigte ich mich einiger Klamottenschichten und danach ging es auch, trotz der Höhe, ganz gut. Dennoch ist es erstaunlich, wie schnell das Herz sofort zu Pumpen anfängt, sobald man auch nur mit einem Hauch von Anstrengung beginnt.

Der Weg zum Mirador war äußerst felsig – insbesondere später kletterte man nur noch über riesige Steine. Das geht zwar auch mit Turnschuhen, dennoch wären gute Wanderschuhe o. Ä. keine schlechte Idee gewesen, so als kleiner Tipp am Rande.

 

Der Vorteil an der Lagune Parón ist: Man muss sich nicht zwingend einen Weg nach oben durchbahnen. Man kann auch direkt zum Seeufer gehen und dort sogar eine Bootstour machen. Je nach eigener Kondition entscheidet man auch einfach, wie weit man noch gehen möchte. Die Aussicht über den See ist es auf jeden Fall wert, es zumindest zu versuchen! Außerdem eignen sich die Felskonstellationen perfekt für zahlreiche Fotospots – ein Luxus für alle Instagramer ;-)  



ich bilde da natürlich keine Ausnahme ;-)


Mir hat die Kletterei über die Felsen so viel Spaß gemacht, das ich immer weiter und weiter gekraxelt bin und überhaupt nicht zurückwollte! Wie könnte einem die Höhe, der Wind und die Aussicht auch nicht mit Energie durchfluten? Allerdings empfiehlt es sich weiter oben durchaus, sich warm anzuziehen – der Wind brachte eine bittere Kälte mit sich. Nach meinem Geschmack mussten wir viel zu schnell wieder den Abstieg antreten. Zu allem Überfluss verlor ich dabei die Schutzkappe meiner Kamera und schrottete meine Jeans bei einem Sturz. Ouch! Also, passt auf eure Sachen auf, denn wenn euch etwas zwischen die Felsen fällt, habt ihr keine Chance mehr, es zurückzubekommen. (Außer ihr seid Herkules und habt die kraft riesige Steinbrocken zu bewegen. Unwahrscheinlich!).

 

Bei all der Aufregung hatte ich mal wieder eines vergessen: zu Essen! Dabei hatte ich mir tags zuvor noch geschworen, besser auf meine Nahrungsmittelaufnahme zu achten. Ups. Wir holten das dann unten am See nach und kaum waren die Sandwiches verschlungen, rief auch schon jemand von oben herab: PERUUUUU TOUUUUUURS!!!!!! Verdammt, viel zu schnell! Wir hatten vom Ufer aus doch noch gar keine Fotos gemacht!

 

Also, schnell gerannt, zweimal aufs Knöpfchen gedrückt und schon mussten wir zurück. Leute, rennen bei 4200 m Höhe funktioniert echt nicht lange und echt nicht besonders gut. (An dieser Stelle einmal ein kräftiges Schnaufen vorstellen!). Keiner hatte Lust schon zurückzufahren – wir hatten gerade mal 2,5 h Stunden am See verbringen können!

An dieser Stelle kann ich euch raten: Wenn ihr eh eine Rundreise durch Peru plant und dabei auch vorhabt den Norden nicht auszulassen: Sucht euch eine Tour zur Lagune Parón direkt von Caraz aus. Huaraz und Caraz sind bereits ca. 2 Stunden voneinander entfernt. Ich hatte zwar meine Zweifel ob es von der kleinen Schwesterstadt Huaraz' auch Angebote gibt, doch eine Amerikanerin aus dem Hostel hat mich dessen versichert – sie kam nämlich aus Richtung Norden.

 

Wir haben uns also um halb4 auf dem Rückweg gemacht. Ein weiterer Tipp: Setzt euch niemals ganz hinten in den Van. Dort werdet ihr nämlich am meisten durchgeschüttelt. Mein Rücken knarzt quasi immer noch von der undankbaren Fahrt über die holprige Buckelpiste. Um 07 Uhr waren wir dann zurück in Huaraz und haben uns dort direkt für die nächste Tour eingeschrieben. Was soll der Geiz auch? Wir waren dann zusammen noch etwas Essen und zurück im Hostel weinte ich bereits jetzt, als mein Handy mir sagte: Noch 5 Stunden bis der Wecker klingelte!

 

 

Wie früh es am nächsten Tag dann losging, erfahrt ihr in Teil 3 der Reihe :-)



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