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Cusco - der Nabel der Welt

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Sie ist die wohl beliebteste Stadt in Peru und das Ziel einer jeden klassischen Peru Rundreise. Gegründet im 11. Jahrhundert war sie Dreh- und Angelpunkt der Inkakultur. Daher auch der Name: Q'osko (auch Qusqu). Aus Quechua übersetzt bedeutet es wortwörtlich die Mitte oder der Nabel der Welt. Und das war Cuzco zur Inka Hochkultur auch gewesen.

Seitdem ich in Lima lebe, wurde ich von meinen Kollegen wohl jede Woche darauf angesprochen: „Warst du schon in Cusco?“ „Oh, du musst dir Cusco ansehen!“ „Nimm dir mal zwei Tage frei und fahr endlich nach Cusco!“ Ich kam also gar nicht aus! Vier Tage konnte ich mir also nun ein Bild von diesem mysteriösen Cusco machen und kann nun sagen: Bereits jetzt freue ich mich auf eine Rückkehr, denn diese steht zweifellos fest: Allein, weil mir Machu Picchu noch fehlt! (wie, du warst in Cusco und hast dir nicht Machu Picchu angesehen? Tja! Das hebe ich mir noch auf, um zusammen mit Freunden zu gehen ;-))

Doch was macht Cusco eigentlich so besonders?

Das ist schwer zu sagen. Für mich war es einfach der Charme der Stadt an sich. Natürlich gerade am äußeren Rand (wenn man vom Flughafen reinfährt), unterscheiden sich die Fassaden nicht sonderlich von anderen Städten in Peru. In seinem Zentrum –der historischen Altstadt – sieht es jedoch ganz anders aus.

Für den ersten Tag hatte ich mir ganz bewusst nichts vorgenommen. Zum einen, um mich an die Höhe zu gewöhnen – diese liegt nämlich bei guten 3400 m und stellt für den Körper daher eine Anstrengung dar! Zum anderen wollte ich mich treiben lassen – durch die zahlreichen kleinen Gassen, Treppen aufwärts, Wege abwärts. Das Viertel San Blas überzeugt mit seinen zahlreichen Restaurants, Cafés, Shops. Neben diversen Alpakaläden finden sich auch eher ungewöhnliche Sachen, wie ein Schamanengeschäft, von dem ich persönlich total fasziniert war. Auch der bekannte zwölfeckige Stein befindet sich in einer dieser schmalen Gassen – die Inka waren schon beeindruckende Architekten!

Übrigens: Meine Unterkunft lag erhöht und ich bin zuerst total daran vorbeigelaufen, mit dem Endergebnis, das ich den ganzen Weg nach oben zurücklaufen musste. Bei der Höhe bin ich sofort außer Puste geraten, doch die Aussicht aus dem Hostel wra es allemal wert!


Marktbesuch

Es war dann bereits Nachmittag, bis ich zum Markt San Pedro gelangt bin. Ein Markt ist ganz klar eine Vormittagsangelegenheit, wenn das rege Treiben der Einheimischen die Halle erfüllen. Am Nachmittag ging es da deutlich ruhiger zu, dennoch konnte ich die schiere Größe kaum fassen und ich habe mich eine ganze Weile dort aufgehalten und die Umgebung bewundert.  

Auf einem Markt gibt es allerlei zu entdecken


Direkt am Markt San Pedro liegt übrigens der Bahnhof, bei dem man einen Zug Richtung Machu Picchu besteigen kann. Bahnschranken oder ähnliches kennt man in Peru zwar nicht, doch immerhin warnt ein Schild die Autofahrer.  

Noch ein Stück weiter, befindet sich übrigens der Stadtfriedhof Almudena. Das mag nun ein ein wenig ungewöhnliches Thema sein, doch konnte ich mich meiner Neugierde nicht erwehren. Was mich sah überraschte mich: Bis zu fünf Reihen hoch, befanden sich kleine Fenster, dicht aneinander gereiht. In diesen 'Schaufenstern' befanden sich die verschiedensten Dinge: Natürlich auch Blumen oder Bilder der Verstorbenen, so wie wir es auch kennen. Doch offenbar auch Güter, mit denen man die Toten in Verbindung brachte oder die ihnen wichtig gewesen sein mochten. Skurril fand ich die zahlreichen, solarbetriebenen Wackelfiguren sowie das man zum Teil auch Getränke als 'Opferbeigabe' beilegte – und das konnte auch mal eine Flasche Inka Kola sein. Bis zu dieser Stunde habe ich mich noch nie damit auseinander gesetzt, welche Rituale und Gepflogenheiten es in anderen Kulturen geben mag.

Nächtliche Stunde

Nun aber zu etwas erfreulicherem! Spontan kaufte ich mir nämlich ein Ticket zum Planetarium und das war definitiv der beste Abschluss, den ich mir für diesen Tag wünschen konnte. Alle wurden am Plaza de Regocijo eingesammelt und dann ging es mit einem Van den Hügel hinauf – bis in den Wald. Super spannend.

Im Planetarium war ich nun schon so manches mal gewesen und dennoch unterschied sich dieser Besuch gravierend von meinen bisherigen. Das war keine riesige Anlage mit großer Kuppel, nein. Es handelte sich um eine kleine Hütte außerhalb von der Stadt. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt (Englisch und Spanisch) und die Vorführung fand in einem kleinen Raum statt, kreisförmig angeordnet war es gerade mal eine einzige Reihe! Doch den Enthusiasmus, den die Frau mit ihren Erzählungen versprühte und den Witz, den sie miteinbrachte, werde ich nie vergessen. Wir spürten alle die Freude, die von unserer Guide aus- und auf uns überging. Das schöne in diesem Falle: Auch von den Sternbildern und Mythen der Inka erfuhren wir. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Inka anhand eines Sternenbildes ableiten konnten, ob das Wetterphänomen El Niño zu erwarten war?

Wir hatten auch unfassbar viel Glück mit dem Himmel. Tagsüber war es durchaus bewölkt gewesen, doch abends klarte es auf! Mit bloßem Auge waren weitaus nicht so viele Sterne zu sehen, wie ich es von meinem Dorf zu Hause kannte (Lichtverschmutzung aye!), allerdings war das Planetarium in Besitz zweier Teleskope, die mir jeweils bis zur Schulter gingen. Damit waren wir in der Lage, das Sternbild des Schwanes mit den Augen der Doppelsterne zu sehen (der kleinere, blauere ist der Jüngere!), wir konnten Jupiter und drei seiner Monde ausmachen sowie Saturn, der unserem Mond nahe stand und den ich ovalförmig mit zwei Flecken (Schatten) wahrnahm. Auch unseren Mond, der ungefähr halbvoll war, sahen wir uns genauer an und durch die Teleskope konnten wir quasi jeden einzelnen Krater auf seiner Oberfläche ausmachen, ebenso wie einen Sternhaufen innerhalb der Milchstraße. Nun so einen Anblick hat mir bisher noch kein Planetarium sonst geboten. Der Preis mit 75 S/. war es auf jeden Fall wert.

Tja und wer könnte nach einem Tag, der morgens um 3 Uhr anfing und derart schön ausklang, nicht ganz wunderbar schlafen? :-)


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