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Unterwegs in Barranco

„Was hast du am Wochenende vor?“, fragte mich ein Kollege und als ich meine Unschlüssigkeit kundgab, meinte er: „Schau dir mal Barranco an!“

 

Wer als Tourist nach Lima kommt, wird sich hauptsächlich zwischen Miraflores und dem südlich davon gelegenen Barranco bewegen. Dieser Stadtteil ist als Szenenviertel Limas bekannt, ein Ort an dem sich Künstler und Virtuosen treffen und – so sagt man – auch gut zum Party machen. Letzteres wird wohl völlig an mir vorbeigehen ;-) 

 

 Zweimal war ich bisher dort. Barranco bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie „Schlucht“, was durchaus zutrifft. Es ist zwar nicht bergig, doch vom Plaza Barranco aus führt eine Schneise bis hin zum Meer, umgeben von zahlreichen Cafés, Restaurants, Ausstellungen und vor allem: Kunst.

 Hier braucht es kein klares Ziel vor Augen – es macht Spaß einfach durch die Straße zu spazieren und an jeder Ecke neue Street Art zu bewundern. An meinem zweiten Besuch hier war ich nicht alleine, sondern nahm an einer Free Walking Tour teil. Der Guide (super dude) erzählte uns unter anderem auch einiges über die Künstler, die hier für so viel Farbenfreude sorgten. Es gibt eine Brücke der Liebenden (was auch sonst), bei der man einen Wunsch innerhalb einer Woche erfüllt bekommt, wenn man die Luft anhält, beim überqueren. Es war gar nicht so einfach den Atem so lange anzuhalten! Ich nicht daran geglaubt und mir daher etwas einfaches gewünscht: Sonne. Und tatsächlich kam am Donnerstag dieser Woche einmal ganz kurz blauer Himmel zum Vorschein :-) Die Brücke trägt einen französischen Namen, warum und wie habe ich mir allerdings nicht merken können, muss ich enttäuschen!

 

Ganz nebenbei machte unser Guide natürlich Werbung für die Sachen, die wir unbedingt auschecken sollten ;-)  


 Dieses Bild erzählt folgende Geschichte:

Eine alte Frau saß an der Treppe mit Aussicht auf das Meer, als eine Künstlerin sie passierte um zum Meer zu gelangen. Stunden später, auf ihrem Rückweg, saß die alte Frau noch immer an der Stelle und hatte sich nicht gerührt. Die Künstlerin fragte, warum sie seit Stunden so gebannt in den Horizont blickte. Die alte Frau antwortete: „Ich bin 71 Jahre alt und sehe das Meer gerade zum ersten mal. Ich werde das genießen.“ Die Künstlerin fragte sie daraufhin, ob die alte Frau es ihr erlauben würde, sie zu zeichnen. Und so entstand dieses Bild, welches den Blick der Frau festhalten sollte.


 Am Platz, der die Mitte des Viertels markiert, gibt es offenbar stets einen Markt. Bei meinem ersten Besuch wurde hier vor allem Brot und verschiedene Arten von Gebäck an den Mann gebraucht, letztes Wochenende waren es Bücher, die zur Schau gestellt wurden. Ich bin schon gespannt, was das nächste mal dort angepriesen werden wird!

 

Fun Fact: Wer nicht alleine herumschlurfen will, nehmt etwas Mut in die Hand und sprecht die Leute an. Ich habe dort zwei Frauen deutsch sprechen gehört und sie einfach aufgrund dieser Tatsache und weil sie sympathisch wirkten, angequatscht und wir schlenderten an diesem Samstag zu dritt durch die Straßen.

 

Peru ist für seine kulinarische Küche sehr bekannt und insbesondere hier tummeln sich zahlreiche Möglichkeiten sich bei Speis und Trank durchzuprobieren. Auch macht es Spaß durch verschiedene Läden zu schmökern. Die Aussicht auf die Künstlerschlucht und das Meer sind beeindruckend und man kann sogar direkt bis an den Strand laufen. Das ist erst die zweite Stelle, die ich ausgemacht habe, die eine Brücke über die Autobahn besitzt. Glaubt mir, es ist gar nicht so leicht bis ans Meer zu kommen, wenn man nicht genau weiß, wo man die Schnellstraße überqueren kann! (Oder eben selbst mit dem Auto fährt).

 

 

Kurzgesagt: Ich mag Barranco. Die Atmosphäre hier ist einfach ganz und gar wundervoll. Und irgendwann lerne ich noch, mit welchem Bus man am besten bis dorthin fahren kann ;-) (Ja, beim Rückweg habe ich umsteigen wollen und bin dann wieder die halbe Strecke zurückgefahren...) Wer einmal in Lima ist, sollte sich unbedingt einen halben bis ganzen Tag Zeit nehmen und sich hier umsehen!

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