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Erster Tag!

Es war gerade mal halb sieben, da wachte ich auch schon wieder auf.  Und erschreckte damit meinen Mitbewohner, Julian, der noch nicht mit mir gerechnet hatte. Er ist aus Deutschland, hatte jedoch vor am nächsten Tag auszuziehen, da er mit einer Freundin zusammenziehen will. Schade, ich wollte gerne ein wenig mehr seine Erfahrung beziehen. Er erzählte mir ein wenig von der Umgebung und nahm mich auf seinen Arbeitsweg mit. Danach spazierte ich in einem ausgiebigen Bogen zurück, um etwas zu Frühstücken und mit dem Auspacken anzufangen. Meine Chefin wollte später vorbeikommen und mich abholen. Vor Abflug hieß es morgens. Nach Ankunft mittags. Als ich ihr schrieb, dann nachmittags. Mir war es gleich, an dem Tag wollte ich mir nun wirklich keinen Stress machen. Ich traf auch die Vermieterin – Ana Maria – die mich herzlich begrüßte und mir erst einmal ein Frühstück machte.

 

 

Der Aufbau hier ist eigentlich ganz ulkig! Wie genau es im Haupthaus aussieht, kann ich gar nicht genau sagen – nur relativ verschlungen würde ich meinen. Ob es sich dabei um ein oder zwei Stockwerke handelt ist schwer auszumachen. Jedenfalls geht man von der Haustür durch ein Wohn- und Esszimmer, links davon ist eine Küche, rechts von der Küche ein offener Waschraum. Vom Esszimmer geradewegs durch gelangt man auf eine Terrasse (welche ebenfalls an den Waschraum anschließt) mit kleinem Garten. Vom Garten aus führt wiederum eine – verdammt enge! – Wendeltreppe zu einer Aussichtsterrasse und von dort aus nochmal eine Treppe in die Untervermietung. Dort befinden sich drei Zimmer, zwei Bäder und in dem Raum dazwischen befindet sich eine Kochecke, ein Fernseher, ein Sessel und ein Esstisch mit vier Stühlen. Alles was man braucht. Dieser Aufenthaltsraum liegt übrigens offen und ist nur mit etwas Blech auf einem Holzdach abgedeckt! Dieses offene Gefühl finde ich toll. Im Gegensatz dazu sind die Häuser in dieser Gegend übrigens meist vergittert!

Ein paar Stunden Auspacken und eine Dusche später, holte meine Chefin mich schließlich hier ab.  Da war es gerade gegen halb5 nachmittags. Heute war zwar noch Urlaub, zum Büro ging es jedoch trotzdem – gefeiert wird nämlich der Tag der Arbeit, der 1. Mai! Ich wurde allen einmal vorgestellt, jeweils auf die rechte Backe geküsst und hatte schon nach kürzester Zeit die Orientierung verloren sowie die Namen vergessen. Hallelujah! Natürlich sprachen alle Spanisch, was mich mit einem unsicheren Lächeln zurückließ.

 

Sobald die Arbeit niedergelegt wurde, ging es dann hoch in den zehnten Stock – Aufenthaltsraum – bzw. den elften Stock – Dachterrasse. Die Aussicht von hier oben war schon ziemlich beeindruckend, obwohl man nicht allzu weit sah. Und ich bereute es sofort keine Jacke mitgenommen zu haben. Es wurde frisch! Netterweise bot mir eine Kollegin ihre Jacke an. Ich glaube, das ist ein gutes Team hier – leider verstehe ich nur noch nicht allzu viel. Aber die Leute sagen selbst „un poco, un poco.“ – Stück für Stück. Mir selbst ist es nur immer furchtbar unangenehm, wenn ich angesprochen werde und erstmal wie dämlich in die Luft starre, während ich versuche das Gesagte zu übersetzen und gleichzeitig eine Antwort zu finden, nur um diese dann auch nochmal zu übersetzen. Wirkt eher wie ERROR 404 – Systemabsturz.  Naja, ich hoffe mir wird das nachgesehen. Ein bisschen unterhalten habe ich mich schon, dann auf Englisch. Die meisten scheuen sich jedoch davor Englisch zu sprechen und viele sprechen es auch überhaupt nicht. Ana Sofia meint zwar das ist gut, denn so werden auch die Kollegen etwas dazu gedrängt mehr Englisch zu sprechen, ich bin mir jedoch nicht sicher ob ihr Plan in dieser Hinsicht aufgeht :‘D.

 

Auf der Dachterrasse wurde übrigens laut Musik aufgedreht und Pizza verteilt. Zu trinken gab es neben Wasser, Cola und Inca Kola (eine gelbgoldene Cola Marke aus Peru) auch Pisco Sour, eine Art Brandy die nach der Stadt Pisco benannt wurde. Der Niederlassungsleiter hat spontan eine kurze Rede gehalten, aus der ich sage und schreibe 2 Wörter verstanden habe: Meinen Namen und den Namen des Systems, was Peru aus Deutschland übernehmen soll. Hm!

 

Ich baute an diesem Abend übrigens relativ früh ab. Nicht nur waren all die neuen Gesichter ziemlich aufregend, sondern – verdammt – ich hatte tatsächlich mit dem Jetlag zu kämpfen. Viel geschlafen hatte ich die letzten zwei Nächte ja nicht unbedingt. Ich musste allerdings auf meine Chefin warten, denn ich hatte keine Ahnung wo genau ich mich befand – und noch kein Internet auf dem Handy. Das machte jedoch nichts und tatsächlich war es gerade mal halbzehn, als ich wieder in meiner Bleibe ins Bett fiel und einschlief.

 

Halbzehn!

 

 

Tja, am nächsten Tag bin ich daher um 5 Uhr morgens aufgewacht. Aber dazu ein andermal 😊

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